Manatuto Distrikt
| Distrikt von Manatuto | |
| Daten | |
| Hauptstadt | Manatuto |
| Fläche | 1.782 km² (3.)[1] |
| Einwohnerzahl (2004)[2] | 36.719 (13.) |
| Bevölkerungsdichte | 21,5 Einw./km² (13.) |
| Zahl der Haushalte (2004) | 8.338 (12.) |
| ISO 3166-2: | TL-MT |
| Subdistrikte | Einwohner |
| Barique/Natarbora | 4.781 |
| Laclo | 7.558 |
| Laclubar | 8.034 |
| Laleia | 3.205 |
| Manatuto | 10.449 |
| Soibada | 2.692 |
| Karte | |
Manatuto (Tetum: Manatutu) ist der zweitgrößte Distrikt von Osttimor.
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Geographie
Manatuto hat eine Fläche von 1.782 km². Hauptstadt des Distriktes ist das gleichnamige Manatuto.
Der Distrikt liegt in der Mitte des Landes und reicht von der Nordküste an der Straße von Wetar bis zur Südküste an der Timorsee. Im Osten grenzen die Distrikte Baucau und Viqueque, im Westen Manufahi, Aileu und Dili an.
Manatuto teilt sich in sechs Subdistrikte Barique/Natarbora, Laclo, Laclubar, Laleia, Manatuto und Soibada. Die Sucos Ailili und Aiteas sind als urban klassifiziert.
Das Klima ist tropisch. Regen fällt hauptsächlich in der Regenzeit, die im Nord- und Südteil des Distrikts zu unterschiedlichen Zeiten stattfindet. Die Temperatur in der Trockenzeit schwankt zwischen 18 und 32°C im Süden und 20 und 32°C im Norden. Die beiden Küstenregionen werden durch Berge im Zentrum der Insel getrennt, die über 2000 m Höhe erreichen. Soibada und Barique/Natarbora sind größtenteils bewaldet, während es in Laleia kaum Wald gibt.
Der Nördliche Lacló durch den Subdistrikt Laclo, wo mehrere Flüsse in ihn münden und erreicht die timoresische Nordküste zwischen dem Ponta de Subaio und der Baía de Lanessana bei Manatuto. Er ist einer der wenigen Flüsse im nördlichen Timor, der ganzjährig Wasser führt, da er auch aus dem Süden gespeist wird. Den Großteil der Ostgrenze des Subdistrikts Barique/Natarbora zum Distrikt Viqueque bildet der Rio Dilor, während die Westgrenze der Fluss Sáhen festlegt.
Einwohner
In Manatuto leben 36.719 Einwohner. Die Bevölkerungsdichte beträgt 21,5 Einwohner/km², womit der Distrikt in Osttimor der am dünnsten besiedelte ist. Der Altersdurchschnitt liegt zwischen 16,5 Jahren in Soibada und 20,0 Jahren in Laleia (2004). Zwischen 1990 und 2004 wuchs die Zahl der Einwohner jährlich um 1,06 %. Hat in Laleia jede Frau durchschnittlich 4,98 Kinder, steigt die Anzahl über 6,18 Kinder in Soibada, 6,35 in Barique/Natarbora, 6,50 in Manatuto und 6,51 in Laclubar, bis auf 7,25 Kinder pro Frau in Laclo an (Landesdurchschnitt 6,99). In Laclo liegt die Rate an Müttern im Teenageralter auch besonders hoch. Die Kindersterblichkeit lag 2002 in Laleia bei 19 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten (1996: 79). Dies ist zwar landesweit der stärkste Rückgang, hier wird aber von einem Fehler bei der Erhebung der Daten ausgegangen. In Barique/Natarbora starben 69 Kinder (72), in Manatuto 73 (92), in Soibada 89 (78), in Laclo 114 (148) und in Laclubar 143 (122). Der Landesdurchschnitt betrug 98. Soibada und Laclubar sind zwei von 14 Subdistrikten, in denen die Kindersterblichkeit entgegen dem Landestrend anstieg.[1]
Im Distrikt werden mehrere Nationalsprachen als Muttersprache gesprochen. 33,4 % sprechen Galoli (größte Sprachgruppe in den Subdistrikten Laclo, Laleia und Manatuto); 26,0 % sprechen die Idalaka-Sprache Idaté (Subdistrikt Laclubar); 20,1 % sprechen Tetum, meist Tetum Terik (Subdistrikte Barique/Natarbora und Soibada); 7,4 % sprechen Mambai (Subdistrikt Bazartete); 5,1 % sprechen Habun im Zentrum des Distrikts; 3,3 % sprechen den Dialekt Dadu’a des Atauru. Er wird von Nachkommen von Bewohnern der Insel Atauros gesprochen, die in Dörfer Manatutos ausgewandert sind. Etwa 600 sprechen Midiki und 430 Kairui, die beide zu den Kawaimina-Sprachen gehören. Berücksichtigt man auch die Zweitsprachen, so sprechen 41,2 % Tetum, 36,2 % Bahasa Indonesia und 10,5 % Portugiesisch. Die Analphabetenrate beträgt 60,6 % (Frauen: 63,6 %; Männer: 57,7 %), die höchste Rate im ganzen Land. Nur 10,3 % der über 18jährigen haben die Sekundarschule abgeschlossen (Frauen: 8,1 %; Männer: 12,5 %).[1]
Geschichte
Barique, Laclo, Laclubar, Laleia und Manatuto gehörten zu den traditionellen Reichen Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Sie erscheinen auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.[3][4]
Im Frühjahr 1861 brachen in Laclo Revolten gegen die Zwangsarbeiten an öffentlichen Projekten aus. Gouverneur Afonso de Castro entsandte daraufhin Cabeira, einen Veteranen und Kenner des Landes, um eine Basis in Manatuto zu errichten. Doch er konnte nur auf einige Truppen aus Vemasse zurückgreifen. Bereits im April kam es zu Gefechten. Am 26. August wurde die Rebellion in Laclo niedergeschlagen. Das Lager der Rebellen wurde niedergebrannt und den einheimischen Verbündeten Plünderungen und die Kopfjagd auf die Rebellen erlaubt. Im Juni 1863 wurde ein Aufstand in Laga niedergeschlagen. Dabei wurde auch der Rebellenchef von Laclo gefangen genommen.
1882 kam es zu Kämpfen zwischen Vemasse und Laleia, wofür der portugiesische Kommandant der Militärkommandantur verantwortlich gemacht wurde. Während der Rebellion von Manufahi kam es 1912 in der Region erneut zu Kämpfen.[5]
1898 (andere Quelle: 1904) gründeten Jesuiten in Soibada die erste Missionsschule in der damaligen Kolonie Portugiesisch-Timor. Hier wurden erstmals die Kinder der Liurais europäisch erzogen und ausgebildet. Am 23. Dezember 1910 wurden die Jesuiten aber auf Befehl der neuen, republikanischen Verwaltung aus Soibdada vertrieben. Dies bedeutete für die Portugiesen auf Jahre hinaus einen Rückschlag für ihren Einfluss in dieser Region.[6]
Soibada wurde direkt nach der indonesischen Invasion 1975 zum Hauptquartier der FRETILIN. Auf deren Kongress wurde hier im Mai 1976 der bisherige Premierminister Osttimors Nicolau dos Reis Lobato offiziell zum militärischen Kommandanten erhoben.
Wirtschaft
89 % der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft und Fischerei. In Natarbora befindet sich eine Hochschule für Landwirtschaft.
62 % der Haushalte im Distrikt bauen Mais an, 61 % Maniok, 57 % Kokosnüsse, 54 % Reis (im gebirgigen Laclubar sind es nur 24 %) und 32 % Kaffee (in Laclubar und Soibada über 80 %).[1] Daneben werden für kommerzielle Zwecke Lichtnüsse, Früchte und Gemüse angebaut. Als Haustiere halten die Menschen hauptsächlich Hühner (etwa 24.000) und Schweine (12.000). Daneben auch Ziegen (7.400), Wasserbüffel (6.800), Schafe (4.800), Rinder (4.500) und Pferde (2.800).[1]
Bodenschätze gibt es nur in geringeren Mengen. So finden sich Marmor, Gips, Gold, Eisen, Magnesium, Zink, Erdöl, Erdgas und Chrom.
Vor der Nordküste liegen artenreiche Korallenbänke, die sich für den Tauchtourismus eignen.
Quellen
- Ministerium für Staatsverwaltung und Territorialmanagement (englisch)
- Manatuto District Development Plan 2002/2003 (PDF-Datei; 829 kB)
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Census of Population and Housing Atlas 2004
- ↑ Statistisches Amt Timor-Leste Census 2004
- ↑ TIMOR LORO SAE, Um pouco de história
- ↑ East Timor – PORTUGUESE DEPENDENCY OF EAST TIMOR
- ↑ History of Timor – Technische Universität Lissabon
- ↑ History of Timor – Technische Universität Lissabon
Weblinks zu zu Aileu | Ainaro | Baucau | Bobonaro | Cova Lima | Dili | Ermera | Lautém | Liquiçá | Manatuto | Manufahi | Oecussi-Ambeno | Viqueque -8.5166666666667127Koordinaten: 9° S, 127° O
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